Hier versammle ich Arbeiten aus der Werkreihe „Neue Liebe“ und führe zu den einzelnen Werkseiten.
Herz, mein Herz, warum so fröhlich,
So voll Unruh und zerstreut,
Als käm über Berge selig
Schon die schöne Frühlingszeit?Erste Strophe aus „Neue Liebe“ (1837) von Joseph von Eichendorff
Dieses Gedicht ist der Namensgeber für eine Werkreihe besonderer Lieblingsmomente.

Bei diesen Gestalten aus getrockneten Blüten musste ich an Silberreiher denken: Mit ihrem eleganten Federkleid stechen sie aus der tristen Landschaft hervor und waten gemessenen Schrittes durchs Schilf. Oder tanzen sie vielleicht Tango? Vielleicht wissen es die Teichhühner, die sich am unteren Rand der Szene im knorrigen Ufergehölz tummeln.
Alle Szenen sind wieder zusammengesetzt aus Überbleibseln, die ich irgendwo aufgesammelt habe: zwei Blüten, die auf einem Parkplatz lagen, ein verlorener Stern an der Bushaltestelle, eine Perle, die nur noch lose an einem Fädchen hing und sich in einer Ritze des Kopfsteinpflasters verfangen hatte – alles findet sich wieder in diesen zeitgenössischen Collagen – ein Reigen kleiner Zeitgeister.
Die Essenz dieser Reihe liegt im Neubeginn und der Leuchtkraft des Allerkleinsten. So wie der erste Sonnenstrahl Hoffnung auf einen warmen Sommertag weckt, so ziehen hier die kleinsten Fundstücke als agile Protagonisten über die Bühne.

Eine winzige Perle überstrahlt diese Szene. Noch nicht entdeckt? Sie ist auch so klein, dass vermutlich zuerst der rote Zwirnsfaden auffällt, mit dem sie am dünnen Vogelhals befestigt ist. Also noch einmal von vorn: Folge dem roten Faden und entdecke das Kleinod, das dieser neu aufgetauchten Vogelart ihren Namen gibt. Mehr über die PERLENTAUCHER
Auch Augensternchen geraten manchmal aus dem Blickfeld.
Der kleine Metallstern am unteren Bildrand ist jedenfalls irgendjemandem verloren gegangen – nun hat er hier, im Refugium der kleinsten Arten, seinen neuen Wirkungskreis gefunden.


Auch diese Insektensammlung gehört zur Werkgruppe „Neue Liebe“. Oft ekeln wir uns doch vor den krabbelnden, summenden und brummenden Sechsbeinern. Bestenfalls übersehen wir sie, weil sie so winzig sind. Dabei sind Insekten unglaublich vielseitig, komplex und wichtig für den Kreislauf der Natur – und auf ihre eigene, bizarre Art auch schön. Sie verdienen unsere Aufmerksamkeit. Vielleicht können wir uns ja beim zweiten Blick ganz neu in sie verlieben.
Alle Details zum Fundbericht Nr. 25