Werkgruppe

Neue Liebe

Zwischen Regen, grauen Tagen und wenigen wolkenfreien Momenten hat sich die Kreativität unaufhaltsam ihre Bahn gebrochen. Die Essenz dieser Reihe liegt im Neubeginn und in der Leuchtkraft des Allerkleinsten.

Wie ein erster Sonnenstrahl, der Hoffnung auf einen warmen Sommertag weckt, so ziehen hier kleinste Fundstücke als agile Vogelgestalten über die Bühne. Die von mir entdeckten Vogelarten lassen sich nicht unterkriegen, sondern geben ihr Bestes, um dem Alltag ein kleines Leuchten abzutrotzen – auf ihre ganz eigene Art.

Jedes Werk dieser Gruppe trägt seine eigenen Facetten, erzählt seine eigene Geschichte rund um dieses Thema.

Gerahmte Collage mit Fundstücken von Magdalena Hohlweg im Raum auf Tisch-Staffelei präsentiert

Neue Liebe

Unikat – inklusive Echtheitszertifikat
Gerahmt mit reflexarmem Museumsglas

Raum und Wirkung

Im Raum kann sich das Werk oft auf unterschiedliche Weise zeigen.

Größe, Abstand und Licht bestimmen, wie die Collagen wahrgenommen werden – nicht nur als isolierte Objekte, sondern als Teil einer Situation. Jedes Werk dieser Gruppe entfaltet für sich seine Wirkung oder kann als Ensemble an der Wand eine eigene kleine Ordnung bilden.

Die gezeigte Aufnahme vermittelt diese Beziehung und gibt vielleicht einen Eindruck davon, wie das Werk im Dialog mit seiner Umgebung steht – an der Wand platziert oder näher am Blick. Weitere Ansichten ermöglichen, Struktur, Details und Komposition genauer zu entdecken.

Gerahmte Collage aus Fundstücken von Magdalena Hohweg

Perspektivwechsel

Manchmal trete ich vor die Tür und lasse die Welt auf eine Weise auf mich wirken, die über das Alltägliche hinausgeht. Vielleicht gelingt es mir, am Selbstverständlichen vorbeizusehen…

Unscheinbare Fragmente können sich plötzlich wie kleine Bodenschätze zeigen. Für die kleinsten Fundstücke gibt es dann einen Raum, in dem sie etwas anderes sein können. In dieser Verschiebung kann sich manchmal etwas Neues zeigen. Das Unscheinbare wirkt geheimnisvoll, das Weggeworfene scheint neue Geschichten zu erzählen.

Dann öffnet sich oft ein Raum, in dem ich neue Sichtweisen entdecken kann – auf das Material, auf die Welt und auf mich selbst.

Aus diesem Blick heraus entstehen Arbeiten wie diese Serie: kleine Setzungen, die den Blick vielleicht verlangsamen und ihm erlauben, Dinge neu wahrzunehmen. Im Nebeneinander der Collagen dieser Werkgruppe zeigt sich das besonders deutlich – Ähnlichkeiten scheinen hervorzutreten, Unterschiede werden spürbar, und der Blick kann beginnen, frei zu wandern

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Collage aus Pflanzenresten auf Aquarell. Aus Blütenresten, Reisig, Moos, Insektenflügeln, Fundstücken und getrockneten Früchten wie z.B. einer Berberitzenfrucht ist eine Miniaturvogelwelt entstanden.

Wirkung und Maßstab

Die Collage Neue Liebe der Werkgruppe Neue Liebe entfaltet ihre Präsenz oft erst im genauen Hinsehen. Die Arbeiten sind kleinformatig, bewusst zurückhaltend und laden zur Nähe ein. Erst beim Annähern offenbaren sich Struktur, Material und feine Nuancen.

Durch die Rahmung entsteht ein in sich geschlossener Bildraum, der wie ein eigenes Habitat wirkt. Organische Fundstücke und Alltagsfragmente begegnen sich als gleichwertige Elemente. Die überraschenden Kombinationen bilden ein Spannungsfeld, in dem Natur, Alltagsfragmente und Kunst nebeneinander bestehen können.

In der Serie verstärkt sich oft dieser Eindruck: Wiederkehr und Abweichung stehen nebeneinander, ohne sich zu erklären. Der Distanzwechsel – zurücktreten, näher kommen, vergleichen – kann Teil der Betrachtung werden.

Jedes Werk wird staubdicht gerahmt (reflexarmes Museumsglas) und kommt mit signiertem Echtheitszertifikat.

Fantasievogel aus Berberitzenfrucht, Fliegenflügeln und kritzeligen Beinen

Dieses Werk ist auch Namensgeber für die Serie „Neue Liebe“

Der Bildtitel ist von einem Gedicht der Romantik inspiriert: „Herz, mein Herz, warum so fröhlich, So voll Unruh und zerstreut, Als käm über Berge selig Schon die schöne Frühlingszeit?“

Joseph von Eichendorff – „Neue Liebe“ (1837)  

Pflanzenreste auf Aquarell – und fertig?
Wie immer könnten wir die Betrachtung genau hier beenden. Andererseits beginnen doch gerade jenseits der großen Bühne der alltäglichen Dramen die feinsten und inspirierendsten Geschichten.

Bei diesen Gestalten aus getrockneten Blüten musste ich an Silberreiher denken: Mit ihrem eleganten Federkleid stechen sie aus der tristen Landschaft hervor und waten gemessenen Schrittes durchs Schilf. Oder tanzen sie vielleicht Tango? Vielleicht wissen es die kleinen Teichhühner, die sich am unteren Rand der Szene im knorrigen Ufergehölz tummeln.

Sicher ist eins: Diese leuchtende Szene erstrahlt im vollen Glanze, sobald es einen echten Lieblingsplatz an der Wand, auf einem Regal, Fensterbrett oder neben dem Lieblingssessel erobern darf.

Werkdaten