Unberührt? Nur beinahe
Material: Jasminblüten, kleinste Rosenknospen, Flatterulmensamen, Flieder-
samenkapseln, Farnblätter, eine Puppenhand, Lindensamen, Tannensamen,
Gräser und viele weitere Pflanzenreste.
Was gibt es schöneres, als das Vertrauen eines Tieres zu gewinnen und es
füttern zu dürfen? Und doch verlangt die fragile Biodiversität unsere Zurück-
haltung. So dient die Objektrahmung des Bildes wie ein Schaukasten den unzähligen, von Schilfgras eingefassten zarten Vogelgestalten als Schutzgebiet.
Alles ist nur „beinahe“ unberührt:
Denn die aufgesammelten Pflanzenteile verändere ich nur sehr wenig. Son-
dern genauso, wie ich sie auffinde, entwickeln sich ihre Persönlichkeiten bei-
nahe von selbst. Hauptsächlich durch die Positionierung im Bild bestimme
ich den Charakter und die Bewegung der Figuren.
Angedeutete Strichzeichnungen wie Pfeile, Raster und Stempel erinnern an
Markierungen und Randbemerkungen in wissenschaftlichen Arbeiten und Ent-
würfen. Hier gehören sie zur Landschaftsgestaltung von Menschenhand.
Nichts bleibt unberührt. Oder?
Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste und der Natur
Im Schilf verborgen lebt es sich ruhig und ungestört. Wenn man sich nur mit genügend Geduld und Achtsamkeit nähert, lässt sich die große Varietät an Vogelwesen genau beobachten.

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